Regionaler Abfallwirtschaftsplan des AWV Schladming

Verordnungstext

Gemäß § 15 Abs. 1 des Steiermärkischen Abfallwirtschaftsgesetzes 2004 (StAWG 2004), LGBl. Nr. 65/2004 wird der regionale Abfallwirtschaftsplan des Abfallwirtschaftsverbandes Schladming in der Fassung des Beschlusses der Verbandsversammlung vom 27.10.2008 der Steiermärkischen Landesregierung am 30.10.2008 angezeigt.


§ 1
Geltungsbereich
(1) Der Abfallwirtschaftsverband Schladming umfasst alle Gemeinden der politischen Expositur sowie die Gemeinde Niederöblarn des politischen Bezirkes Liezen mit insgesamt 22.379 Einwohnern und Einwohnerinnen (Volkszählung 2001) und 7.942 Haushalten (Volkszählung 2001).

(2) Die verbandsangehörigen Gemeinden haben diese Verordnung und die Beschlüsse des Abfallwirtschaftsverbandes Schladming zu berücksichtigen.

(3) Der Erläuterungsbericht zum regionalen Abfallwirtschaftsplan einschließlich der Anhänge bildet einen Bestandteil dieser Verordnung.

(4) Der regionale Abfallwirtschaftsplan ist gemäß § 15 Abs. 2 StAWG 2004 im Jahre 2013 zu überprüfen und erforderlichenfalls fortzuschreiben.


§ 2
Verbandsorganisation
(1) Der Sitz des Abfallwirtschaftsverbandes Schladming ist in der Stadtgemeinde Schladming. Verbandsorgane sind gemäß § 17 des Gemeindeverbandsorganisationsgesetzes 1997 (GVOG 1997), LGBl. Nr. 53/2002 die Verbandsversammlung, der Verbandsvorstand, die Verbandsobfrau/der Verbandsobmann sowie der Prüfungsausschuss. Darüber hinaus ist gemäß Steiermärkische Gemeindeordnung 1967, LGBl. Nr. 115/1967 i.d.g.F. eine Kassierin/ein Kassier bestellt.

(2) Der von der Verbandsversammlung gewählte Prüfungsausschuss umfasst sechs Mitglieder.

(3) Zur Unterstützung des Verbandsobmannes/der Verbandsobfrau als Leiter/Leiterin der Geschäftsstelle des Abfallwirtschaftsverbandes Schladming wird eine Verbandsgeschäftsführerin/ein Verbandsgeschäftsführer bestellt.

(4) Die Führung der Verbandsgeschäfte des Abfallwirtschaftsverbandes Schladming hat gemäß der im Anhang zum regionalen Abfallwirtschaftsplan beigefügten Satzung zu erfolgen.


§ 3
Ziele und Strategien
(1) Zur Erreichung der Ziele gemäß § 1 StAWG 2004 wird vom Abfallwirtschaftsverband Schladming in Übereinstimmung mit dem Landes-Abfallwirtschaftsplan Steiermark 2005 (Grazer Zeitung - Amtsblatt für die Steiermark, Stück 24 Nr. 197/2005) eine weitere Entwicklung in Richtung einer nachhaltigen Abfall- und Stoffflusswirtschaft angestrebt.

(2) Der Abfallwirtschaftsverband Schladming unterstützt die Mitgliedsgemeinden bei der Erstellung nachhaltiger Gemeindeabfallwirtschaftskonzepte einschließlich eines abfallwirtschaftlichen Kennzahlensystems und bei der Optimierung von Dienstleistungen im Bereich der Sammlung und der Abfuhr von Siedlungsabfällen als auch bei der Umsetzung gemeindeübergreifender Projekte (Gemeindekooperationen) wie z.B. den gemeinsamen Ausbau und Betrieb von Altstoffsammelzentren, Aus- und Weiterbildung beim Betriebspersonal von Altstoffsammelzentren, als auch im Bereich des ökologischen Be-schaffungswesens.

(3) Der Abfallwirtschaftsverband Schladming ergreift die erforderlichen Maßnahmen, um einen guten Kenntnisstand über die im Zusammenhang mit dem Siedlungsabfallaufkommen relevanten regionalen Güter- und Stoffflüsse zu erlangen, wobei auch die durch den Transport und die Abfallbehandlung re-sultierenden Emissionen zu berücksichtigen sind.

(4) Der Abfallwirtschaftsverband Schladming unterstützt Maßnahmen zur Abfallvermeidung und ergreift die erforderlichen Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Bereich der getrennten Sammlung verwertbarer Siedlungsabfälle und bedient sich dazu entsprechend ausgebildeter Umwelt- und Abfallberater/innen. Vom Abfallwirtschaftsverband Schladming wird für die nachhaltige Umwelt- und Abfallberatung eine geeignete Person eingesetzt.


§ 4
Aufkommen von Siedlungsabfällen
(1) Der Abfallwirtschaftsverband Schladming ermittelt jährlich das Aufkommen von Siedlungsabfällen unterteilt in:
 gemischte Siedlungsabfälle (Restmüll)
 sperrige Siedlungsabfälle (Sperrmüll)
 biogene Siedlungsabfälle (Bioabfall)
 stofflich verwertbare Siedlungsabfälle (Altstoffe)
 auf öffentlichen Straßen, Plätzen anfallende Siedlungsabfälle (Straßenkehricht)
Diese Daten werden bis spätestens 10. April jeden Jahres an das Amt der Steiermärkischen Landesregierung übermittelt.
(2) Die Mitgliedsgemeinden haben an der jährlich durchzuführenden Erhebung des Siedlungsabfallaufkommens mitzuwirken und die dazu erforderlichen Daten dem Abfallwirtschaftsverband Schladming zeitgerecht zu übermitteln.


§ 5
Sammlung von Siedlungsabfällen
(1) Der Abfallwirtschaftsverband Schladming ermittelt jährlich gemäß dem im Erläuterungsbericht dargelegten Schema die Fakten und Rahmenbedingungen über die Sammlung von Siedlungsabfällen.
(2) Die Siedlungsabfälle müssen in einer jeweils für die nachfolgende Behandlung geeigneten Weise gemäß den im Erläuterungsbericht dargelegten Schema bereitgestellt und den Einrichtungen der öffentlichen Abfallabfuhr übergeben werden.
(3) Wieder verwendbare oder verwertbare sperrige Siedlungsabfälle sind gemäß dem im Erläuterungsbericht dargelegten Schema getrennt zu sammeln.
(4) Im Einzugsgebiet des Abfallwirtschaftsverbandes Schladming wird die getrennte Erfassung von nicht der Verpackungsverordnung unterliegenden Altstoffen gemäß dem im Erläuterungsbericht dargelegten Schema durchgeführt.


§ 6
Behandlung von Siedlungsabfällen
(1) Der Abfallwirtschaftsverband Schladming führt die Behandlung der Siedlungsabfälle gemäß § 4 Abs. 4 StAWG 2004 selbst durch.

a. Die Behandlung von getrennt zu sammelnden verwertbaren Siedlungsabfällen (Altstoffe) (ausgenommen Verpackungsabfälle) wird vom Abfallwirtschaftsverband Schladming selbst gemäß der Darstellung im Erläuterungsbericht durchgeführt.
b. Die Behandlung von getrennt zu sammelnden biogenen Siedlungsabfällen (Bioabfall) wird vom Abfallwirtschaftsverband Schladming selbst gemäß der Darstellung im Erläuterungsbericht durchgeführt.
c. Die Behandlung von sperrigen Siedlungsabfällen (Sperrmüll) wird von berechtigten privaten Entsorgern gemäß der Darstellung im Erläuterungsbericht durchgeführt.
d. Die Behandlung von Siedlungsabfällen, die auf öffentlichen Straßen, Plätzen und Parkanlagen anfallen (Straßenkehricht), wird von berechtigten privaten Entsorgern gemäß der Darstellung im Erläuterungsbericht durchgeführt.
e. Die Behandlung von gemischten Siedlungsabfällen (Restmüll) wird vom Abfallwirtschaftsverband Schladming selbst gemäß der Darstellung im Erläuterungsbericht durchgeführt.


§ 7
Kostenaufteilung
(1) Die Kosten für den allgemeinen Verwaltungsaufwand einschließlich der Umwelt- und Abfallberatung und der Projekt- und Öffentlichkeitsarbeit des Abfallwirtschaftsverbandes Schladming sind gemäß dem im Erläuterungsbericht dargelegten Aufteilungsschlüssel den verbandsangehörigen Gemeinden zuzuordnen und vorzuschreiben.
(2) Die Kosten für die Behandlung (Verwertung und Beseitigung) von Siedlungsabfällen dem Abfallwirtschaftsverband Schladming bzw. von dem vom Abfallwirtschaftsverband beauftragten Entsorgungsunternehmen auf der Grundlage der gewogenen Mengen vorzuschreiben. Erlöse reduzieren die anteiligen Betriebskosten der Mitgliedsgemeinden.


§ 8
Kundmachung - Inkrafttreten

(1) Der regionale Abfallwirtschaftsplan des Abfallwirtschaftsverbandes Schladming tritt nach Beschlussfassung der Verbandsversammlung und Genehmigung bzw. Nichtuntersagung durch die Steiermärkische Landesregierung am Tag nach der Kundmachung des Verordnungswortlautes in der „Grazer Zeitung - Amtsblatt für die Steiermark" in Kraft.

(2) Der regionale Abfallwirtschaftsplan des Abfallwirtschaftsverbandes Schladming wird im Internet auf der Homepage des Abfallwirtschaftsverbandes (http://www.abfallwirtschaft.steiermark.at/Schladming) im vollen Umfang (Verordnungstext einschließlich Erläuterungsbericht und Anhänge) veröffentlicht und in der Geschäftsstelle des AWV zur Einsichtnahme aufgelegt.